Gute Designer sind Diktatoren

Und das müssen sie auch sein. Wer neue Ideen voranbringen will, wer Neuland betreten will, der kann das in den wenigsten Fällen mit einer Abstimmung und absoluter Mehrheit erreichen. Warum? Weil Risiko niemals eine Sache für die Massen war und daher die Demokratie hier einfach versagt.

Der Starke ist am mächtigsten alleine.

— Friedrich Schiller

Das ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum die meisten Designfirmen in Japan so abgrundtief schlecht sind. Auch heute noch ist »Konsens« in Japan in der Arbeitswelt unglaublich wichtig, und so muß zu jedem Thema jeder seinen noch so unqualifizierten Senf abgeben und ohne – wenn auch oberflächliche – Zustimmung aller wird man sich in einer japanischen Firma schwertun.

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn! Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.

— Friedrich Schiller

Darum sind die wahren Kreativfabriken in Japan in der Regel auch kleine Läden, die von einem »wohlwollenden Dikator« innovativ, kreativ und sicher zum Ziel geführt werden. Sicherlich, Diskussion findet auch hier statt, aber die Leitperson hat das entgültige Sagen. Ohne eine Starke Hand und einer guten Portion Sturheit kann man nicht innovativ und wirklich gut sein.

I’ve always held to the belief that the practice of creating compelling graphic design occurs not by employing the principals of a democracy, but rather, that of a monarchy.

— Thomas Vasquez

Diskussion ist sicherlich ein wichtiger Teil eines kreativen Prozesses, obgleich sie oftmals nur der Inspiration dient, die dem Künstler vielleicht eine neue Perspektive eröffnet, aber sie sollte niemals zur Mehrheitsabstimmung verkommen, die das Werk zwangsläufig in Richtung Massenware-Mittelmaß driften ließe. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – die Masse aber mag keine Risiken.

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Aug 16, 2007 @ 16:48

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Comments

  • August 26, 2007 @ 11:30
    Absolut richtig Herr Muster :) Ich finde kreative Aufgaben müssen von einer Person, bzw. einer sehr kleinen Gruppe von Menschen erledigt werden, denn viele Personen = viel Stiele, die sich in manchen Aspekten zwar ergänzen oder evtl. sogar miteinander harmonieren mögen, aber doch auch sehr oft miteinander kollidieren und durch Kompromisse ersetzt werden müssen. Das ist einfacher zu verstehen, wenn man Design an sich als eine Art Kunst betrachtet. Denn die meisten wirklich guten Kunstwerke sind auch von einzelnen erschaffen worden. mfg. pasfro
  • November 23, 2008 @ 04:13
    Kreative sind die schlimmsten Menschen der Welt? Puh.... Moment, ich muss kurz nachdenken. O.k. Wir sind nicht einfach, wer ist das schon. Für die einen haben wir definitiv nen Knall, weil wir kaum etwas "normal" betrachten können. Ohne Rücksicht auf die Realität, unsere Argumentation ähnelt einer phantastischen Spinnerei! Mal ganz abgesehen vom rationalem Denken... Den Anderen macht es mächtig Spaß. Diktatoren. Nein. Wir reflektieren. Erklären kann ich das jetzt nicht.
  • November 23, 2008 @ 07:22
    Irgendwie kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass du den Artikel gar nicht gelesen hast, sondern nur auf den Titel reflektierst. Please RTFA. Dann wirst Du auch verstehen wie es gemeint war.
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