Ein Glimmer der Hoffnung

Ich habe bis jetzt eigentlich Safari deswegen nie verwendet, weil er keinen Adblocker hat und ich das Web leider mittlerweile ohne einfach nicht mehr aushalten kann.

Bisher gab es zwar diverse Möglichkeiten mit Safari Werbung zu blockieren, aber dazu musste man entweder einen InputManager installieren, der seinen Hack-Code in jede Applikation, die auf dem System läuft injizieren würde (sehr schlechte Idee), oder via SIMBL, was zwar angeblich mehr oder weniger genauso funktioniert wie ein InputManager allerdings auf einer per Applikations-Basis. Trotzdem werden beim mir einige SIMBL Plug-ins dann doch z.B. in OmniWeb mitgeladen, was diesen wiederum bisweilen instabil machte.

Guter Rat ist teuer. Einen separaten AdBlocker pro Browser heißt ja auch noch, dass man seine Werbeblocker Definitionen in mehreren Browsern immer updaten muss. Und wer will schon unnötig alle Arbeit doppelt machen? Dann gibt es noch die Möglichkeit, Werbung via CSS zu blocken, womit man oftmals deren Darstellung unterdrücken kann, heruntergeladen wird sie aber (teilweise) trotzdem, warum sollte ich für den Mist aber meine Bandbreite verschwenden?

Alte Ideen, aber richtig schmackhaft gemacht

Werbeblocken via Proxy-Server war schon immer eine effektive Lösung, nur war es bisher mit viel Arbeit verbunden und meistens nur den Alpha-Geeks vergönnte so etwas einrichten zu können. Heute bin ich über die Lösung gestolpert, die nicht nur einfach sondern auch noch elegant ist, denn endlich hat sich einer erbarmt und uns Mac-Usern eine dem Mac würdige, einfache aber sehr effektive Lösung beschert: GlimmerBlocker.

Dabei handelt es sich um ein Preference Panel für OS X (wie immer das auf Deutsch heißen mag), das man per Doppelklick installiert, und das dann Systemweit Werbung blockiert. Systemweit, also für alle Browser und überhaupt alles, was irgendwie HTML und ähnliches darstellen kann (auch RSS Reader und dergleichen). Man kommt sich jetzt schon fast vor, wie im »Tapferen Schneiderlein«. Aber es wird noch viel besser. Denn selbst das einrichten des Proxy-Servers und dessen Anmeldung am System geht völlig automatisch vonstatten, auch kryptische Blocklisten müssen nicht von Hand gestrickt werden, nein, wir sind ja nicht umsonst auf dem Mac, dem Computer für faule Säcke wie mich, hier macht man das menügesteuert, gourmetgerecht.

GlimmerBlocker erlaubt es mir gleich mehrere Block-Listen zu führen. Darunter können Listen sein, die ich einfach übers Internet bei Dritten abonniert habe, als auch eigene Listen, die dann lokal gespeichert werden.

Und wie gesagt: das Erstellen von Block-Listen sowie das Einrichten der Block-Kriterien ist sehr einfach gestaltet, da es über menügeführte Formulare erfolgt, die in verständlicher Sprache gehalten sind. Allzuviel falsch machen kann man da nicht und auch via »Trial-And-Error« kommt man (hoffentlich) schnell zum Erfolg.

Tüpfelchen auf dem »i«

Ich würde natürlich nicht extra einen Blogeintrag von dieser Länge machen, wenn das schon alles wäre. Der Clou an der ganzen Geschichte ist, dass man nämlich seine eigenen Listen mit ein paar Mausklicks im Internet veröffentlichen und somit anderen zur Verfügung stellen kann. Das geschieht entweder über MobileMe (alias .Mac, St. Stephan Hiobs hab ihn selig), oder einen jeden anderen WebDAV Server.

Und dann kann ich z.B. auf dem Rechner im Büro, eben diese Blockliste abonnieren, so dass ich alle Änderungen immer auch gleichzeitig auf meinen anderen Rechnern zur Verfügung habe. Einziger Wermutstropfen: Echtes Synchronisieren kann GlimmerBlocker (noch) nicht, also müssen Änderungen an der Liste entweder immer an einem Rechner gemacht werden, während die anderen Rechner die neuen Änderungen immer nur herunterladen, oder man editiert die Liste auf dem Server von Hand (für die Abenteuerlichen), und abonniert die Liste dann auf allen Rechnern.

Fazit

Mit GlimmerBlocker habe ich jetzt endlich einen Systemweiten Ad-Blocker mit dem es nie mehr Kompatibiltätsprobleme geben wird. Endlich kann ich auch wieder die WebKit Nightly Builds benutzen. Unter meinem alten Ad-Blocker ging das nie, weil mir der WebKit Nightly immer wegen SIMBL abgeschmiert ist.

Und wisst Ihr was? Seit Jahren habe ich zum ersten Mal wieder Safari als meinen Default-Browser eingestellt. Mal sehen wie lange das hält. Wenn Safari jetzt nur Trennlinien in den Bookmarks verwenden könnte…

Update

Dieser Proxy stellt sich als Goldgrube heraus (hier ist wirklich alles Gold was glimmert!). Es scheint, dass die meisten Greasemonky-Scripts mit Glimmer Blocker einwandfrei funktionieren! Hier z.B. eines, das bei Google images alle Links durch direkte Links auf die Bilder ersetzt. Und das ganze ohne SIMBL und Crashes. Firefox hat übrigens seinen eigenen Kopf und verwendet den Systemproxy nicht automatisch. Wem es zu blöd ist, Firefox manuell Manieren beibringen zu müssen, für den gibt es auch ein Plug-in, das Firefox automatisch auf den im System eingestellten Proxy einrichtet.

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Dec 4, 2008 @ 10:35

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Euer Feedback

  • November 22, 2008 @ 15:31
    das Ganze ist sehr vielversprechend allzu sehr viele Leute scheinen noch nicht darauf gestossen zu sein was mich daran noch interesieren würde ist,wie man eine eigene Liste erstellt Andreas
  • November 22, 2008 @ 16:54
    hat sich erledigt,ich habe eine Liste erstellt,war easy..
  • November 23, 2008 @ 06:48
    Ich habe da leider ein Haar in der Suppe gefunden: das ganze läuft nur unter macos 10.5, was mich als iBook Benutzer bisl ärgert.
  • November 23, 2008 @ 07:25
    Äh, wieso 10.5 läuft super aufm iBook meiner Frau. Und auf meinem alten 1Ghz G4 PowerBook. Jedenfalls ist auch Spotlight viel flotter als unter 10.4. Ich höre zwar immer den Mythos, das 10.5 für Intel optimiert sei und deshalb auf PPC nicht gut läuft, was völliger Unsinn ist. Auf unseren beiden PPCs haben wir 0 Probleme.
  • November 28, 2008 @ 04:02
    Version 1.1 ist raus! Außerdem habe ich vergessen zu erwähnen, dass man mit Glimmer Blocker nicht nur Ads blocken kann, man kann auch CSS Classes umdefinieren oder sogar Code umschreiben (a la Greasemonkey). Darum ist auch im 1.1 Update eine Liste dabei, mit der man per default auf YouTube immer die High-Quality-Version einen Videos anzeigen lassen kann.
  • December 5, 2008 @ 16:29
    Das Problem ist, dass man beispielsweise lange Listen *mühsam* per Hand einpflegen muss. Ich würde sowas lieber über ein Script erledigen und das XML lieber selber einpflegen. Gibts eigentlich eine Doku zu dem Filterformat?
  • December 9, 2008 @ 09:51
    Hier ist zumindest ein Guide für JavaScript Transformationen. Das XML kannst Du natürlich selber einpflegen, in der Wiki habe ich dafür noch keine Doku gefunden, aber ich denke das kommt noch. Wenn Du ein paar Filter erstellst, und dir dann das daraus resultierende XML anschaust, dürfte es eigentlich nicht zu schwer sein, dem Format auf die Schliche zu kommen. Dann könntest Du doch einfach den Anfang für die XML Doku machen, schließlich ists ja ein Wiki ;-) Das selbst-eingepflegte XML File dann einfach auf einen WebDAV server plazieren und abonnieren, dann kannst Du es auch auf mehreren Rechnern verwenden.
  • December 9, 2008 @ 09:51
    Ups URL ging verloren... http://glimmerblocker.org/wiki/Transform
  • December 9, 2008 @ 20:02
    Hi, vielen Dank für den Tollen TIPP! damit lassen sich sogar ungewollte staatsschnüffler sperren :D und auch nervige werbung in Flshplayern wie zB bei myvideo.de ist ade :D Geheiligt werde sein name wie im Mac so auf deM pc und vergib mir meine Windows sünden denn auch ich werde anderen winoof sündern vergen.. nicht.. denn dann ist dIE Kraft und die Herrlichkeit in cyberland und japan in ewigkeit amen XD
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