Ist der Markt monopolisiert…
…lebt sichs gänzlich ungeniert.
Nein ich spreche nicht von Microsoft, das wäre ja kalter Kaffee. Der Monopolist du jour ist auch nicht Apple mit dem iPhone, dem iTunes Music Store oder dem iPod (iPod-Monopolist? Dann wäre ja auch BMW ein Mini-Monopolist, Pöse Purchen!). Nein, nein, nein.
Der Stein des Anstoßes ist ungebrannt und aus Lehm. Während die Linguisten unter uns nun schon verstohlen nicken und längst bescheid wissen, werde ich den anderen zwei Lesern dieses Blogs wohl auf die Sprünge helfen müssen: der Bösewicht heißt diesmal Adobe.
CS2 = CS2 ≠ CS2
Ich frage mich mittlerweile ob Adobe wirklich Software verkaufen will, oder nicht. Wenn ich Adobes Komplett-Müsli-Packung Creative Suite 2 (für ungeduldige auch CS 2 genannt) kaufe, werde ich mit Binärperlen wie Photoshop, Illustrator und dergleichen beglückt. Die Photoshop-Version, die in der CS 2 Vollwertkost geliefert wird heißt auch Photoshop CS 2. Also würde ich schließen, ich besitze eine Kopie von Photoshop CS 2, und eine Lizenz für das Programm.
Adobe meint dazu: jein. Meine Schlußfolgerung war zwar faktisch richtig, aber im Update-Versions-Lizenzenjargon von Adobe ist das noch lange kein Grund, mir auch einfach so mir nichts dir nichts ein upgrade nur auf Photoshop CS 3 zu verkaufen. Auch wenn auf deren Webseite klar steht, dass die Bedingung für ein Upgrade auf Photoshop CS 3 der Besitz einer Lizenz für Photoshop CS 2 sei, muss man wissen, dass eine Lizenz für Photoshop CS 2, die ihre Daseinsberechtigung einzig und allein der Bundle-Lizenz für das gesamte Adobe-Creative-Suite-2-Paket verdankt, keine Lizenz für Photoshop CS 2 ist.
Kleineres von zwei größeren Übeln
Wer also von der Creative Suite 2 eigentlich nur Photoshop upgraden will, weil er von der Innovationskraft der CS3 Schnarchpackung wenig berauscht ist, und die neue Photoshopversion nur zähneknirschend kauft, weil CS 2 auf intel Macs dank der Emulation mit Gletschergeschwindigkeit läuft, der hat folgende Möglichkeiten:
Anstatt des erhofften Upgrades auf nur Adobe Photoshop CS3 Extended für sagenhaft günstige € 653 (autsch), ist man nun gezwungen, entweder das Upgrade auf Creative Suite Design Premium für sagenhaft günstige € 1.188 (umpf) oder für bescheidenere Genossen auf Creative Suite Web Premium für lächerliche € 950 käuflich zu erwerben.
Konkurrenzlos glücklich
Ach muss das Leben als Quasi-Monopolist schön sein! Ist schon verrückt, im Office-Markt gibt es ja rege Konkurrenz trotz der überwältigenden Marktmacht von Microsoft man denke nur an Open Office, iWork, Google documents, ThinkFree Office, KOffice, NeoOffice und so weiter und so fort.
Nun frage ich – und ihr habt 30 Sekunden Zeit für die Antwort – welche Alternative gibt es zu Photoshop? Halt! Bevor jetzt jemand GIMP sagt. Tolles Programm viele Funktionen, aber für ernsthafte Photoshopper nicht einmal entfernt in Erwägung zu ziehen. Keine 16 bit Farbtiefe, kein richtiges CMYK (kein UCR, GCR, keine Farbseparationen, kein wirklich funktionierender Support für Farbprofile, Farbverwaltung und Geräteprofile auch die Funktionalität lässt einfach zu viel missen, keine Slices, keine non-destruktiven Effekte/Filter etc.
Also nochmal, welche Alternativen habe ich für Photoshop?
… … … … … … … ich warte … … … … … na? … … … … … nichts? … … … … … eben.
Mag es ja viele Konkurrenzprodukte zu Illustrator geben wie Intaglio, LINEFORM (mein persönlicher Favorit), Create (dafür hab ich auch ’ne Lizenz), EazyDraw, ZeusDraw, DrawWell etc. so sieht es doch wirklich dünn aus wenn man einen mehr oder weniger vollwertigen Ersatz für Photoshop sucht.
Episode III – Revenge of the Bricks
Macromedia – unsere einzige Hoffung – ist nicht mehr. Und das muss für Mac-User nicht einmal so schlimm sein, ihre Mac Versionen haben in letzter Zeit doch sehr gelitten und die Usability war auch zu großen Teilen mehr schlecht als recht. Nun scheint es, dass Adobe freie Bahn hat… nicht mehr zu innovieren, nicht mehr besser sein zu müssen, nicht mehr Kunden als Kunden zu behandeln, sondern sich zu verhalten wie alle Quasi-Monopolisten. Schade eigentlich. Früher war Adobe eine Mac-Zentrische Firma in vielen belangen, Usability wurde groß geschrieben, Kreativität war ein Markenzeichen ihrer Software. Nun ist aus dem kleinen Anakin Dobe leider ein Darth Perfidious geworden. Völlig verzehrt von der dunklen Seite der Macht nur noch darauf bedacht, sein Imperium immer mehr auszuweiten.
Ach ja, wer nun auf SoftWars Episode IV – a new hope wartet, der kann den Trailer ja schonmal hier anschauen. Wenn Pixelmator sich wirklich in den X-Wing setzen sollte, dann dürfte das auch Adobe nicht kalt lassen. Mac User sind loyal. Wenn sie aber vernachlässigt werden sind sie auch genauso ausdauernd nachträglich. Mac User sind dankbar, wenn jemand ein User-Interface mit Liebe zum Detail macht, und Mac User sind vor allem glücklich, wenn sie OS X only Software kriegen, die auch noch all die Features verwendet (Core Graphics, Quartz etc.), die OS X wirklich so brillant machen…
posted on:
Sep 21, 2007 @ 11:56
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rant, design & typography







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